Mental Load als unsichtbare Belastung
Kennen Sie das auch?
Der Alltag ist voller ToDos, Verpflichtungen und Erwartungen. Irgendwann bleibt kaum noch Raum und Zeit für echte Freude und Leichtigkeit. Lachen aus vollem Herzen? Selten. Ein Moment des Innehaltens? Fehlanzeige.
Was ist also passiert? Sie sind ja kein anderer Mensch geworden, oder doch?
Hinter dieser Dauerbelastung steckt oft der sogenannte Mental Load – die unsichtbare, ständige Verantwortung für alles, was im Leben organisiert werden muss. Besonders Eltern – insbesondere oft nach wie vor Mütter – kennen dieses Phänomen nur zu gut.
Was ist Mental Load?
Mental Load beschreibt die Prozesse, die im Hintergrund unseres Denkens ununterbrochen ablaufen und unseren „geistigen Arbeitsspeicher“ belegen. Bis es dann irgendwann zu viel wird: Der „Rechner“ stürzt ab oder wird langsamer – und wir selbst können nicht mehr adäquat funktionieren. Wir werden gereizt, erschöpft oder funktionieren nur noch auf Autopiloten. Wenn dieser Zustand zu lange andauert, kann das sogar bis in ein Burnout führen.
Sie kennen das vielleicht: Ein voller Terminkalender, das Jonglieren zwischen Beruf, Familie und Alltag – und dazu noch der Anspruch, allem gerecht zu werden. Kinder zum Klettern, zur Musik, zum Sport oder zu Geburtstagsfeiern bringen, dafür alles packen, nichts vergessen, Geschenke besorgen, verpacken und im richtigen Moment übergeben. Schon beim Lesen dieser Zeilen kommt ein gewisser Stress in mir auf. AHHHHHHH!
Wann wird Mental Load also problematisch?
Hier ein paar Ideen dazu:
- Wenn Freude, Lachen und Leichtigkeit zur Seltenheit werden
- Wenn Sie sich ständig erschöpft fühlen
- Wenn Ihre ToDo-Listen nie enden (kann mich nicht erinnern, dass die jemals leer waren …)
- Wenn Sie nur noch funktionieren, aber nicht mehr genießen
Doch wie können wir gegensteuern?
Weniger ist mehr: Perfektionismus loslassen
Oft setzen wir uns selbst unter Druck, alles perfekt zu machen. Geburtstagsfeiern für Kinder müssen inszeniert sein, Geschenke bis ins kleinste Detail geplant, der Alltag ist durchorganisiert. Doch brauchen wir das wirklich?
Das Buch Raus aus der Mental Load Falle von Patricia Cammarata zeigt eindrucksvoll, wie sich vor allem Mütter in diesem Perfektionszwang verlieren. Doch Kinder wollen vor allem spielen und Zeit mit uns verbringen – ganz ohne aufwendige Planung. Sie sind dabei unsere besten Lehrmeister. Meine Kinder fragen immer wieder: „Warum muss das eigentlich so sein, Mama?“ oder „Mama, warum machen wir das immer so?“ Oft lästige Fragen, ich bin verleitet zu sagen: „Weils halt so ist. Punkt!“ – zugegeben durchaus etwas genervt und gestresst.
Aber diese Fragen laden dazu ein, Automatismen zu hinterfragen und bewusste Entscheidungen zu treffen – basierend auf den eigenen Werten und Bedürfnissen. Das kann unglaublich erleichternd sein und sorgt manchmal für ein Schmunzeln in der Familie.
Kennen Sie das nicht auch?
Fragen Sie sich also:
- Was kann ich weglassen?
- Welche Aufgaben sind wirklich, wirklich notwendig?
- Wo kann ich „gut genug“ akzeptieren?
- Und: mein Gamechanger: „Wie geht das in leicht?“
Also, wie geht das jetzt „in leicht“?
Meine Schwägerin, auch Unternehmerin, Coach und Trainerin sagte mal in einem Coaching zu uns: „Wie geht das jetzt IN LEICHT?“
Eine Frage, die mich seither begleitet: Oft sind es kleine Veränderungen, andere Sichtweisen, ein Perspektivenwechsel, die eine große Wirkung haben. Denn ja, es darf leicht gehen!
4 Tipps aus der Praxis für mehr Leichtigkeit
Tipp #1: Den Fokus verändern: Welcher Teil der Aufgabe fällt mir leicht? Damit anfangen.
Tipp #2: Lachen nicht vergessen: Einfach mal Blödsinn machen und Lachanfälle zulassen.
Tipp #3: Momente des Genusses einbauen: Barfuß gehen, ins Wasser springen, tief durchatmen.
Tipp #4: Bewusst Pausen nehmen: 20 Minuten nichts tun, nur beobachten und den Moment genießen.
Dazu erinnere ich mich, wie mein Bruder letztes Jahr am Heimweg von unserem Großfamilienurlaub aus der Toskana mit seinen Söhnen und meinen Kindern gefühlt 100-mal vom Steg in den See gesprungen ist. Es sagte immer wieder: „Das macht noch immer so viel Spaß wie früher, warum mach ich das eigentlich nicht öfters?“
Also ja, warum machen wir das nicht öfters? Wenn wir schon mal am See sind, oder mit den Kindern rodeln sind, setzen wir uns selbst auf die Rodel oder in den Bob! Dabei Vorsicht, auf die Bandscheiben, die hab ich dann letztens kurzfristig wieder gespürt, aber das war es wert 😉. Die Gelegenheiten gibt es, wir dürfen sie durchaus auch ergreifen!
Freude & Leichtigkeit entsteht nur im gegenwärtigen Moment. Nützen wir sie!
Funktionalität & Gefühle in Balance bringen
Funktionieren Sie nur oder leben Sie auch? In der Existenzanalyse gibt es ein starkes Bild: Stelen Sie sich ein Haus vor, dabei ist die Funktionalität im Erdgeschoss zuhause, Gefühle und Beziehungen befinden sich im ersten Stock. Doch wenn der Aufzug nicht funktioniert oder die Stufen hinauf brüchig sind, bleiben wir unten gefangen. Wir brauchen beides: Stabilität und Lebendigkeit.
Im Coaching schauen wir uns genau das an.
- Was braucht es, um gut in den 1. Stock zu kommen?
- Wie baue ich stabile Stufen vom Erdgeschoß in den ersten Stock?
- Wann brauche ich das eine mehr und wann das andere?
Erst wenn ich ein tragfähiges Fundament in meinem Erdgeschoß habe, kann ich stabile Stufen für die weiteren Geschoße bauen.
Weniger Stress, mehr Lebensfreude
Freude und Leichtigkeit entstehen nur im gegenwärtigen Moment – nicht, wenn unser Kopf mit ToDo-Listen beschäftigt ist.
Also: Lassen Sie los, erlauben Sie sich das Leben zu genießen und schaffen Sie sich bewusst Momente der Freude!
Viel Erfolg beim Ausprobieren!
Welche kleine Veränderung könnten Sie heute machen, um mehr Freude und Leichtigkeit in Ihr Leben zu bringen?
Kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Kennenlernen!